2011 betrat Panerai den Bronzemarkt, experimentierte eingehend mit der Legierung und brachte jährlich eine oder zwei Bronzeausführungen heraus. Dieses Jahr erscheint eine große 47-mm-Submersible-Taucheruhr. Sie könnte die bisher auffälligste Bronzeversion sein. Sie besteht aus 161 Gramm Bronze und besitzt auf der Bronzelünette einen sandgestrahlten Keramikeinsatz. Bei dieser Uhr dreht sich alles um Bronze.
Panerai hat erstmals die reguläre Fertigung der Bronzo begonnen. Ja, tatsächlich: Von der neuen Submersible Bronzo PAM 968 werden jährlich begrenzte Stückzahlen von 1000 Exemplaren produziert.
Inspiriert von der exklusiven PAM 907 aus dem Jahr 2017 besitzt die aktuelle Bronzo ein ähnliches dunkelbraunes Zifferblatt. Die Lünette verwendet einen zur Serie und zum Zifferblatt passenden Keramikeinsatz. Dadurch erhält sie einen charakteristischen Auftritt ähnlich anderen Submersible-Ausführungen.

The Case
Das Gehäuse der Bronzo PAM 968 entspricht den ersten beiden Versionen. Da im Inneren das 6mm hohe P.9010 arbeitet, ist es 47 mm breit und etwas flacher als die ersten beiden Modelle. Zudem besitzt es den unverzichtbaren Panerai-Kronenschutzmechanismus.
Das Gehäuse besteht vollständig aus CuSn8 beziehungsweise Phosphorbronze, einer Legierung aus 92% Kupfer und 8% Zinn. Anders als die Aluminiumbronze der Tudor Black Bay Bronze oder des Montblanc 1858 Monopusher Chronograph ist die phosphorbasierte Bronze frisch deutlich rötlich und bildet Grünspan. Dieser ist die leuchtend blaugrüne Patina, die durch Oxidation auf der Oberfläche entsteht. Nach einiger Zeit sieht das Gehäuse wie ein lange verschollener Schatz aus einem Schiffswrack aus.
Alle Gehäuseoberflächen besitzen einen geradlinigen Bürstenschliff, der die Patina betont, während die Oxidation in der Schliffstruktur weiter zunimmt.

Das Zifferblatt
Das Zifferblatt ist klar funktional, flach und mattbraun. Sein Design entspricht jedoch der ursprünglichen Bronzo mit einer Kombination aus Stab- und Punktmarkierungen der Submersible-Serie.
Die Zifferblattbeschriftung hat sich dagegen geändert und spiegelt die jüngste Neugestaltung der Panerai-Kollektion wider. Die Submersible bildet nun eine eigenständige Reihe und gehört nicht mehr zur Luminor. Deshalb entfiel „Luminor“, während die Tiefenangabe bei sechs Uhr die vertikale Balance wahrt.
Die honigfarbene Super-LumiNova unterscheidet sich deutlicher von früheren Bronzo-Modellen. Die aktuelle Bronzo besitzt auf ihren Leuchtmarkierungen eine stark künstlich gealterte Wirkung. Die ersten beiden Bronzos hatten weiße Leuchtmasse, die dritte mit blauem Zifferblatt elfenbeinfarbene. Obwohl sie gut zu Bronzegehäuse und braunem Zifferblatt passt, wirkt sie etwas gewollt.
Die charakteristische kleine Sekunde der italienischen Marke liegt bei neun Uhr. Das Zifferblatt zeigt einen tiefen Braunton passend zur Bronzehülle. Über das Material hinaus ist die Uhr bis 300 Meter wasserdicht und verwendet reichlich Leuchtmasse für gute Sichtbarkeit.
Sie verwendet außerdem das Panerai-Kaliber P. 9010 mit 72 Stunden Gangreserve. Ohne den Kronenschutz wäre sie keine echte Submersible. Auch das Zifferblatt besteht daher aus reiner Bronze.

Das innere Uhrwerk
Das Werk P.9010 lässt sich durch den Saphirglasboden betrachten. Dieses Automatikwerk mit zwei Federhäusern bietet drei Tage Gangreserve und ist zum modernen Standard der Panerai-Manufakturkaliber geworden.
Der unabhängig verstellbare Stundenzeiger ist ebenfalls ein nahezu durchgängiges Merkmal der Panerai-Manufakturwerke. Er lässt sich um eine Stunde vor- oder zurückstellen und vereinfacht die Einstellung beim Wechsel zwischen Zeitzonen.
Die Werkveredelung ist typisch für Panerai: viel geradliniger Schliff sowie glatte, scharfe mechanische Linien. Goldene Teile und die blaue Lackfüllung der eingravierten Beschriftung setzen farbige Lichtakzente.
Was sagen wir dazu?
Seit Panerai die Bronzeserie 2011 vorstellte, hat sich zweifellos viel verändert. Bronzegehäuse sind inzwischen in jeder Preisklasse weit verbreitet, von Tudor über Bell & Ross, IWC, Hublot und Ferdinand Berthoud bis zu vielen weiteren. Die große Zahl veranschaulicht die sinkende Beliebtheit der Legierung.
Die Bronzo bleibt jedoch die beste unter den Bronzeserien. Sie war nicht nur früher als alle anderen da, auch die Legierung passt sinnvoll zu Uhr und Unternehmen. Die Verbindung zwischen korrosionsbeständiger maritimer Bronze und Panerais Marinegeschichte ermöglicht einen authentischen Zeitmesser. Andere Bronzeuhren wirken dagegen manchmal eher wie eine gestalterische Laune.
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